In einem gerichtlichen Verfahren wegen Filesharing darf sich laut dieser Entscheidung der Vortrag des Anschlussinhabers [das ist meist der Abgemahnte] nicht nur darauf beschränken, pauschal zu behaupten, es hätte zu der Zeit andere Personen gegeben, die Zugang zu dem Internetanschluss haben.  Vielmehr sei es ausreichend, wenn ein Sachverhalt vorgetragen wird, der es wahrscheinlich erscheinen lässt, dass nicht etwa der Anschlussinhaber, sondern eine andere Person die Rechtsverletzung begangen hat.

Hat die in Betracht kommende andere Person dem Anschlussinhaber [hier: dem Beklagten] nicht gestattet hat, den Computer zu überprüfen, kann der Anspruchsteller nicht verlangen, dass der Abgemahnte weiter dazu vorträgt, ob sich eine Filesharing-Software oder das Computerspiel auf der Festplatte befunden haben. Vielmehr ist es im Falle der Erfüllung der sekundären Darlegungslast durch die Beklagtenseite wiederum Sache des Anspruchstellers, die für eine Haftung des Anschlussinhabers als Täter oder Teilnehmer einer Urheberrechtsverletzung sprechenden Umstände darzulegen und nachzuweisen. Insoweit reicht es nicht, den gesamten Vortrag des Anschlussinhabers mit Nichtwissen zu bestreiten.

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